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© 2001-2007 Religiöse Gesellschaft der Freunde, (Quäker), Deutsche Jahresversammlung e.V.

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2007-05-08

 
Religiöse Gesellschaft der Freunde, (Quäker),
Deutsche Jahresversammlung e.V.

Die Geschichte der Quäker


Das Quäkerhaus in Bad Pyrmont

Der Ursprung in England

Die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker) entstand im 17. Jahrhundert in England, in einer Zeit schwerer religiöser Auseinandersetzungen und Verfolgungen.

Der Begründer des Quäkertums, George Fox (1624-1691), war ein Mann aus dem Handwerkerstand, von ungewöhnlicher geistiger Lebendigkeit und einer heiligen Beredsamkeit, die die Herzen der Menschen entflammte, ein Mystiker, der die Stimme Gottes als geistige Erfahrung in sich erlebte. Nach langem, leidenschaftlichen Suchen kam er durch eine unmittelbare innere Offenbarung zu der Gewißheit, daß allein Jesus Christus der Urquell aller Wahrheit sei. Der Intoleranz aller herrschenden Kirchen und Religionsgemeinschaften stellte er die Forderung nach Duldsamkeit und Bruderliebe entgegen. 1647 begann er zu predigen, und die Bewegung ergriff eine Schar von tief religiösen Menschen, Männern und Frauen, die ernste "Sucher" waren. Schon 1660 hatte die Bewegung annähernd 40.000 Anhänger. Die ersten Freunde nannten sich "Verkünder der Wahrheit" oder "Kinder des Lichts". Der Name "Quäker", d.h. Zitterer, bezog sich auf das Zittern und Beben, das in ihren Versammlungen oft ein äußeres Zeichen ihrer inneren Ergriffenheit war.

George Fox und seine Anhänger wollten den Geist der ersten Christen wieder lebendig machen, ihre innige Gottverbundenheit und ihren "Wandel im Licht". Eine die ganze Welt umfassende, vom göttlichen Geist erfüllte Bruderschaft war ihr Ziel.

Die schweren Verfolgungen der Anfangszeiten des Quäkertums führten den jungen Aristokraten William Penn (1644-1718) zur Gründung eines Quäkerstaates in Amerika, der nach ihm Pennsylvanien genannt wurde und in den in der Folgezeit viele Quäker und andere Verfolgte einwanderten. Unter den markantesten Gestalten der ersten Quäkerzeit ist William Penn derjenige, welcher die ethischen Gedanken von der geschwisterlichen Zusammengehörigkeit aller Menschen und von der Unsittlichkeit aller Gewalt in der großen Politik und in der Wirtschaft vorzuleben versuchte. Mit den Bewohnern Pennsylvaniens, den Indianern, schloß er einen Freundschaftsvertrag, von dem Voltaire gesagt hat, daß er der einzige Vertrag in der Geschichte sei, der nie beschworen und doch nie gebrochen wurde. Die Hauptstadt Pennsylvaniens nannte er Philadelphia, d.h. "Stadt der Bruderliebe". Als Quäkerstaat bestand Pennsylvanien 70 Jahre und wurde dann einbezogen in die Nordamerikanische Union.

In seinem "heiligen Versuch" schuf William Penn in der Verfassung Pennsylvaniens ein Vorbild für alle späteren freien, demokratischen Staatsverfassungen. Aus der letzten Zeit seines Lebens, die er in England verbrachte, stammt sein Entwurf für einen Völkerbund Europas (im Jahre 1718 ein wahrhaft zukunftsweisender Gedanke!), den er den Versuch nannte, den Frieden Europas für Gegenwart und Zukunft zu schützen.

Quäker in Deutschland

Die schon zur Zeit von George Fox auf dem europäischen Festland, auch in Deutschland, entstandenen Quäkergemeinden fielen bald den religiösen Verfolgungen zum Opfer. Auch die in Minden und Pyrmont Ende des 18. Jahrhunderts gegründeten Gruppen lösten sich wieder auf, vor allem, weil die Mitglieder unter dem Druck der allgemeinen Wehrpflicht entweder auswanderten oder ihre Mitgliedschaft in der Religiösen Gesellschaft der Freunde aufgaben.

Das jetzige deutsche Quäkertum ist, unabhängig von den ersten Quäkergemeinden, erst nach dem Ersten Weltkrieg entstanden. Religiös suchende Menschen in Deutschland gingen der Frage nach, was die englischen und amerikanischen Quäker dazu veranlaßt haben könnte, in einem Land, mit dem ihr eigenes Volk eben noch im Krieg gestanden hatte, ein solches Liebeswerk, wie die Quäkerspeisung es war, zu tun. So erfuhren sie von der religiösen Botschaft des Quäkertums. Die in Deutschland neu entstandenen Quäkergruppen schlossen sich im Jahre 1925 zu einer selbständigen "Deutschen Jahresversammlung" zusammen, die mit den Jahresversammlungen anderer Länder in der ganzen Welt freundschaftlich verbunden ist.

Während der Ost-West-Spannungen nach 1945 bildeten sich aus der gemeinsamen Religiösen Gesellschaft der Freunde heraus in den beiden deutschen Staaten zwei selbständige Jahresversammlungen, die engen Kontakt zueinander hielten.

Als Folge der Wiedervereinigung haben sich beide wieder zur Religiösen Gesellschaft der Freunde (Quäker), Deutsche Jahresversammlung, zusammengeschlossen.