| Stellungnahme
zum Krieg im Irak |
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"Ein guter Zweck kann keine üblen
Mittel heiligen; noch dürfen wir je Böses tun, damit
Gutes daraus entstehe...Es ist eine ebenso große Vermessenheit,
unsere Leidenschaften als Gottes Auftrag zu bezeichnen und sie
mit dem Namen Gottes zu beschönigen..."
William Penn, 1693.
Der Krieg gegen den Irak geht
in eine weitere Woche. Wir trauern um seine Opfer. Wir beten und
hoffen, dass dieser Krieg bald beendet wird. Dieser Krieg trifft
ein Volk, das durch eine brutale Diktatur und durch brutale Sanktionen schon
Fürchterliches erlitten hat.
Dieser Krieg betrifft uns alle,
da mit ihm der Versuch gemacht wird, durch sogenannte präventive
Gewaltanwendung Krieg wieder zum legitimen Mittel der Politik zu
machen. Krieg kann, darf
und muß nicht letztes Mittel der
Politik sein.
Als
historische Friedenskirche bekräftigen die deutschen Quäker
- in Übereinstimmung
mit Quäkerfreunden weltweit und insbesondere in Gro?britannien,
den USA und Australien - die grundsätzliche Ablehnung jeglichen
Krieges.
Wir bedauern zutiefst den Schaden,
den das Völkerrecht und
die Vereinten Nationen durch ihre Mißachtung erlitten haben. Es müssen
dringend Wege gesucht werden, wie die Menschenrechte für alle
Menschen ohne Gewaltanwendung und unter Wahrung des Völkerrechtes
durchgesetzt werden können.
Akuter kriegerischer Gewalt gehen
oft lange Phasen chronischer Gewalttätigkeit
und langsamer Eskalation voraus. Die internationale Gemeinschaft mu?
lernen, frühzeitig zu handeln. Wir unterstützen nachdrücklich
alle Ansätze,
Methoden gewaltfreier und ziviler Konfliktlösung zu einem wirksamen
Instrumentarium der Friedensbewahrung auszubauen. Wir lehnen daher
einen Umbau der Bundeswehr
zur Interventionsarmee entschieden ab.
Die atomare Abrüstung muß
wieder auf die politische Tagesordnung! Das Ziel muß die Ächtung
und Vernichtung aller Massenvernichtungswaffen sein. Es ist zu
befürchten, dass durch den Verlauf dieses Krieges
der Besitz von Atomwaffen für einzelne Staaten zu einer wichtigen
Option wird.
Als Quäker wissen wir um "das
von Gott in jedem Menschen".
Wir treten entschieden gegen die Verfeindungs- und Verängstigungsstrategie
ein, die im Rahmen des "Krieges
gegen den Terrorismus" betrieben wird(*). Wir müssen einer "Politik
der Einschüchterung und Demütigung" eine "Politik der
Würde
und Ermächtigung
(Empowerment)" entgegensetzen, wenn wir verzweifelte Völker
für
die Sache des Friedens gewinnen wollen.
Wir vertrauen in dieser
dunklen Zeit auf
die Kraft der Güte und auf das, was Liebe vermag.
Beate Vogel & Herbert Möller,
Schreiber der Deutschen Jahresversammlung
Jochen
Dudeck, Schreiber des Friedensausschusses
Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker)
Deutsche Jahresversammlung e.V.
Bombergallee 9, D-31812 Bad Pyrmont
Bad Pyrmont, April 2003
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