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2007-05-08

 
Religiöse Gesellschaft der Freunde, (Quäker),
Deutsche Jahresversammlung e.V.
Stellungnahme zum Krieg im Irak

"Ein guter Zweck kann keine üblen Mittel heiligen; noch dürfen wir je Böses tun, damit Gutes daraus entstehe...Es ist eine ebenso große Vermessenheit, unsere Leidenschaften als Gottes Auftrag zu bezeichnen und sie mit dem Namen Gottes zu beschönigen..."

    William Penn, 1693.

Der Krieg gegen den Irak geht in eine weitere Woche. Wir trauern um seine Opfer. Wir beten und hoffen, dass dieser Krieg bald beendet wird. Dieser Krieg trifft ein Volk, das durch eine brutale Diktatur und durch brutale Sanktionen schon Fürchterliches erlitten hat.

Dieser Krieg betrifft uns alle, da mit ihm der Versuch gemacht wird, durch sogenannte präventive Gewaltanwendung Krieg wieder zum legitimen Mittel der Politik zu machen. Krieg kann, darf und muß nicht letztes Mittel der Politik sein.

Als historische Friedenskirche bekräftigen die deutschen Quäker - in Übereinstimmung mit Quäkerfreunden weltweit und insbesondere in Gro?britannien, den USA und Australien - die grundsätzliche Ablehnung jeglichen Krieges.

Wir bedauern zutiefst den Schaden, den das Völkerrecht und die Vereinten Nationen durch ihre Mißachtung erlitten haben. Es müssen dringend Wege gesucht werden, wie die Menschenrechte für alle Menschen ohne Gewaltanwendung und unter Wahrung des Völkerrechtes durchgesetzt werden können.

Akuter kriegerischer Gewalt gehen oft lange Phasen chronischer Gewalttätigkeit und langsamer Eskalation voraus. Die internationale Gemeinschaft mu? lernen, frühzeitig zu handeln. Wir unterstützen nachdrücklich alle Ansätze, Methoden gewaltfreier und ziviler Konfliktlösung zu einem wirksamen Instrumentarium der Friedensbewahrung auszubauen. Wir lehnen daher einen Umbau der Bundeswehr zur Interventionsarmee entschieden ab.

Die atomare Abrüstung muß wieder auf die politische Tagesordnung! Das Ziel muß die Ächtung und Vernichtung aller Massenvernichtungswaffen sein. Es ist zu befürchten, dass durch den Verlauf dieses Krieges der Besitz von Atomwaffen für einzelne Staaten zu einer wichtigen Option wird.

Als Quäker wissen wir um "das von Gott in jedem Menschen". Wir treten entschieden gegen die Verfeindungs- und Verängstigungsstrategie ein, die im Rahmen des "Krieges gegen den Terrorismus" betrieben wird(*). Wir müssen einer "Politik der Einschüchterung und Demütigung" eine "Politik der Würde und Ermächtigung (Empowerment)" entgegensetzen, wenn wir verzweifelte Völker für die Sache des Friedens gewinnen wollen.

Wir vertrauen in dieser dunklen Zeit auf die Kraft der Güte und auf das, was Liebe vermag.

Beate Vogel & Herbert Möller,
Schreiber der Deutschen Jahresversammlung

Jochen Dudeck, Schreiber des Friedensausschusses

Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker)
Deutsche Jahresversammlung e.V.
Bombergallee 9, D-31812 Bad Pyrmont
Bad Pyrmont, April 2003